Azure Neuigkeiten: Updates von April bis Juni 2018
Im Mai fand in Seattle wieder Microsofts interne Entwicklerkonferenz BUILD statt. Das hat zu einem richtigen Schub an Ankündigungen für die Azure-Plattform geführt. Entsprechend umfangreich fällt dieses Mal meine Zusammenfassung der wichtigsten Neuigkeiten aus:
Azure SQL Read Scale Out
Microsoft repliziert die Azure SQL DB in der Premium-Version generell mehrmals, um eine Hochverfügbarkeit („Always on“) zu gewährleisten. Diese Replika könnt ihr nun auch für die Auslagerung von Read-Only-Workloads verwenden. Vorteile zeigen sich vor allem bei Analytics-Anwendungen, da sich diese jetzt – je nach Auslastung der Datenbank – auf die Replika verteilen lassen.
Das Feature muss beim Erstellen der Datenbank oder nachträglich via Powershell aktiviert werden. Es entstehen keine zusätzlichen Kosten.
Mehr dazu ► Read Scale Out Support
Neues Abrechnungsmodell für Azure SQL
Im letzten Feature Radar habe ich euch die SQL Managed Instance vorgestellt. Parallel dazu hat Microsoft auch das vCore-basierte Abrechnungsmodell eingeführt. Ihr könnt dadurch Anwendungen auf Basis des SQL Servers leichter in die Cloud migrieren, da die Abrechnung mittels CPU, Arbeitsspeicher und Festplattengröße bzw. Geschwindigkeit erfolgt. Bislang wurden diese Größen in sogenannte DTUs (Data Transaction Units) abstrahiert, was einen direkten Vergleich mit physischer Hardware schwierig macht. Zudem bietet euch das neue Abrechnungsmodell die Möglichkeit, bereits vorhandene SQL-Server-Lizenzen auch für die Azure SQL DB zu verwenden.
Mehr dazu ► Flexible new way to purchase Azure SQL Database
Spark-Konnektor für SQL Datenbanken
Zu den aktuellen Neuentwicklungen zählt auch ein JDBC-Konnektor für Spark, mit dem Daten aus einer SQL DB gelesen bzw. in eine SQL DB geschrieben werden können. Beim Schreiben in eine Datenbank unterstützt der Konnektor die Bulk-Insert-Methode, die im Gegensatz zum einfachen Insert 10 bis 20 Mal schneller ist. Außerdem wird AAD-Authentifizierung für Azure SQL DBs unterstützt.
Mehr dazu ► Real-time big data analytics with Spark Connector
Azure Maps ist da!
Seit Mai allgemein verfügbar ist Azure Maps. In der Preview-Phase nannte sich der Dienst noch Azure Location Based Services. Entwickler können Azure Maps nutzen, um standortbezogene Daten in ihre Applikationen einzubauen. Hierzu zählen beispielsweise Routenplanung, Verkehrsinformationen oder Points of Interest. Microsoft kooperiert dabei mit den Navi-Pionieren von TomTom, die die entsprechenden APIs bereitstellen.
Mehr dazu ► Announcing Azure Maps
Rabatt auf Azure IoT Hub
Der Azure IoT Hub wird günstiger! Microsoft führt eine neue Preiskategorie "Basic" ein, abgestuft in B1 bis B3. Die "Basic"-Varianten unterstützen grundlegende Funktionen, wie zum Beispiel Device2Cloud Telemetry, Device Identity und Routing. Funktionen wie Cloud2Device-Kommunikation oder IoT-Edge-Unterstützung stehen euch erst im Standard-Tarif zur Verfügung. Auch hier werden die Preise um rund 50 % reduziert.
Mehr dazu ► Azure IoT Hub is driving down the costs
Diverse Features für Azure Stream Analytics
Azure Stream Analytics wird um insgesamt vier Funktionen erweitert. Mit Ausnahme der „Session Windows“ befinden sich diese Neuerungen aktuell noch im "Private-Preview"-Modus.
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Session Windows: Die bisherigen Window-Funktionen (Hopping, Tumbling, Sliding) werden um das Session Window ergänzt. Damit könnt ihr Events gruppieren, die innerhalb von gleichen Zeiträumen auftreten, wie etwa in 10-minütigen Abständen. Wie gesagt: Session Windows befindet sich bereits im öffentlichen Vorschaumodus. Daher zu diesem Punkt noch einen gesonderten Link: Session Window Preview.
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Custom Code in C#: Stream-Analytics-Funktionen (UDFs) lassen sich nun auch in C# entwickeln. Bisher konnte dafür nur JavaScript verwendet werden.
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Blob Partitioning by custom attribute: Wer Echtzeitdaten in einem Blobstore speichern will, kann diese künftig nach einem beliebigen Attribut partitionieren. Aktuell ist dies nur über das Datum bzw. den Zeitstempel der Datensätze möglich.
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Anomaly Detection: Azure ML erhält Updates für die Anomalie-Erkennung. Die vorgefertigten Modelle lassen sich einfach in Stream Analytics einbinden, um Daten in Echtzeit auszuwerten.
Mehr dazu ► 4 new features now available
Aus Azure Search wird Cognitive Search
Bei „Cognitive Search“ handelt es sich um eine Weiterentwicklung des Azure-Search-Dienstes. Dabei hat Microsoft die Suchfähigkeit mit Hilfe von künstlicher Intelligenz erweitert. Heißt konkret: Aus Texten und Bildern werden Informationen generiert und in Beziehung gesetzt. Die allgemeinen Suchergebnisse werden durch diese Erkenntnisse angereichert. Im Endeffekt können Anwender also große Datenmengen effizienter und ergiebiger nach relevanten Informationen durchsuchen.
Mehr dazu ► Announcing Cognitive Search
SQL DWH Polybase mit „Rejected Row Location“
Im Azure SQL DWH könnt ihr externe Tabellen nun um den Parameter "Rejected_Row_Location" erweitern. Der Parameter verweist auf eine Datensenke für fehlerhafte Datensätze, die Polybase nicht interpretieren kann. So entsteht bei einem Create-table-as-select(CTAS)-Statement ein Unterverzeichnis, in das die "Rejected Rows" geschrieben werden.
Mehr dazu ► Load confidently with SQL DWH Rejected Row Location
DWH-Insights-Plugin für SQL Operations Studio
Das SQL Operations Studio ist Microsofts plattformunabhänge Alternative zum SQL Server Management Studio. Der Funktionsumfang lässt sich durch zahlreiche Plugins erweitern. Neu hinzugekommen ist jetzt das Azure SQL DWH Insights Plugin, mit dem sich diverse Reports über die Aktivitäten und Ressourcennutzung anzeigen lassen.
Mehr dazu ► Management Insights from SQL DWH with SQL Operations Studio
Diverse Features für Data Factory V2
Kein Azure Feature Radar ohne Neuigkeiten zur Data Factory V2. Der Dienst wird von Microsoft mit Nachdruck vorangetrieben. Zu den aktuellen Weiterentwicklungen zählen:
- Notebook Activity: Die Funktion ermöglicht es, Databricks Spark auf Notebooks auszuführen.
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Execute SSIS Package: SSIS-Pakete können unmittelbar über eine eigene Aktivität in einer Data Factory Pipeline angesprochen werden. Bisher war dies nur über die "Execute-Store-Procedure"-Aktivität möglich.
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Key Vault Integration: Entwickler können Kennwörter von verknüpften Diensten innerhalb der Data Factory jetzt direkt aus einem Azure Key Vault beziehen. Die Anmeldedaten werden somit direkt zur Laufzeit ermittelt, ohne dass diese bekannt sein müssen.
Mehr dazu ► Latest Data Factory Updates
Azure Storage Explorer Updates
Auch für den Storage Explorer hat Microsoft mehrere Updates verkündet:
- Der Storage Explorer teilt sich nunmehr die Azure-Sign-In-Funktion mit Visual Studio – sprich: Ihr müsst euch nicht mehr extra anmelden, wenn ihr bereits mit dem Visual Studio arbeitet.
- Die Access Tiers des Storage Accounts (Hot, Cold, Archive) können direkt im Storage Explorer geändert werden.
- Aus der Explorer-Oberfläche lassen sich Snapshots für Blobs und Fileshares erstellen.
Mehr dazu ► New Updates for Azure Storage Explorer
AAD Authentication for Azure Storage
Der Azure Storage Service bekommt eine Authentifizierung für Azure Active Directory spendiert. Bisher konnten Dienste und Benutzer lediglich über Shared Access Keys (SAS) auf die Daten in einem Storage Account zugreifen. Nun lassen sich auch AAD-Konten für die Authentifizierung verwenden. Entsprechend hat Microsoft auch zwei zusätzliche Rollen eingeführt, nämlich der Blob Data Reader und der Blob Data Contributor. Die Funktion befindet sich aktuell noch in der Preview-Version.
Mehr dazu ► Preview of AAD Authentification for Azure Storage
Azure Portal EA Experience
Und zum Schluss noch eine praktische Neuerung zu den Azure Subscriptions bei Enterprise Agreements (EA). Diese können nun auch im Azure Portal angelegt und verwaltet werden, sodass das EA-Portal dazu nicht mehr verwendet werden muss. Offensichtlich ist es Ziel von Microsoft, das Azure Portal als zentrale Stelle für das gesamte Azure-Management zu etablieren.
Mehr dazu ► Enterprise Subscription Experience in Azure Portal
So viel für heute. Ich hoffe, ihr habt wieder einiges Neues und Hilfreiches aus dem Beitrag ziehen können. Bis zum nächsten Azure Feature Radar!
Euer Thomas
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