02.05.2018

Power BI: Vom Modell zum tabularen Azure-Cube

Technical Value

Wie kann ich Power-BI-Berichte in die Azure Cloud überführen und in einen tabularen Cube umwandeln? Mit dieser Frage setzen wir uns in letzter Zeit häufiger auseinander, da viele Unternehmen ihre Power-BI-Modelle ursprünglich auf On-Prem-Daten erstellt haben und nunmehr die Analyse vollständig in die Cloud auslagern wollen. Das spart Speicher auf der lokalen Infrastruktur und sorgt im Regelfall für eine deutlich bessere Performance. Zudem werden mehrdimensionale Analysen ermöglicht.

Aber ist eine solche Umstellung aufwändig? Tatsächlich gibt es hierfür eine relativ einfache und komfortable Vorgehensweise, die ich euch im Folgenden vorstellen möchte.

Schritt 1: Von der On-Prem- zur Cloud-Datenquelle

Zunächst gilt es, die Datenquelle umzustellen.  Beispielsweise wird ein lokaler SQL Server von einer Azure-SQL-Datenbank als Bezugsquelle abgelöst. Grundvoraussetzung ist dabei, dass die Tabellen in der Cloud identisch mit jenen auf dem On-Prem-Server sind.

Der einfachste Weg zum Austausch der betreffenden Connection Strings führt über den Abfrage-Editor in Power BI. Hier erstellt ihr eine neue Verbindung mit der Azure-Datenbank sowie einer beliebigen Tabelle. Ihr markiert die neue Tabelle und ruft in der Ribbon-Leiste den Punkt „Erweiterter Editor“ auf. In der ersten Zeile steht dann der Connection String:

Power BI Editor

Der Connection String wird kopiert. Danach könnt ihr die importierte Tabelle wieder löschen. Im Anschluss öffnet ihr alle Tabellen und ersetzt den Connection String. Ihr klickt auf „Schließen und Übernehmen – fertig!

Das Ganze ist so einfach, weil Power BI nicht zwischen On Prem- und Azure-SQL-Datenbanken unterscheidet. Wenn ihr im Abfrage-Editor bei den umgestellten Tabellen den ersten Schritt „Source“ öffnet, dann wird immer das gleiche SQL-Verbindungsfenster angezeigt.

Schritt 2: Vom Power-BI-Modell zum Azure-Cube

Nun wollen wir das Power-BI-Datenmodell in einen tabularen Azure-Cube umwandeln. Hierfür verwenden wir den Power-BI-Bericht aus Schritt 1. Zunächst öffnet ihr die Azure-Oberfläche und dann die Web-Designer-Vorschau:

Azure Web Designer

Ihr erstellt ein neues Modell und benennt es entsprechend. Anschließend wählt ihr die Verbindung „Power BI Desktop file“ aus:

Azure Power BI File auswählen

Nun importiert ihr die pbix-Datei:

Azure Power BI File Import

Das Datenmodell wird daraufhin erstellt und lässt sich im Web-Designer bearbeiten. Auch alle in Power BI erstellten Measures werden in das Datenmodell übernommen.

Azure Web Designer Preview

Unter der Schaltfläche „Model“ wechselt Ihr zum Datenmodell und den Beziehungen der Tabellen, die 1:1 übernommen wurden:

Azure Datenmodell

Wie üblich lässt sich dieses Modell unter „Source Control“ in der Quellverwaltung des Visual Studios oder in GitHub verwalten.

Jetzt gibt es noch ein paar Arbeiten im Power BI-Bericht zu erledigen. Zunächst müssen sämtliche Online-Verbindungen in Power BI gelöscht werden. Ohne diesen Schritt ist es nicht möglich, eine Live-Verbindung auf den Cube zu erstellen. Zu diesem Zweck klickt ihr im Abfrage-Editor auf die Schaltfläche „Datenquelleneinstellungen“ und löscht die Datenquellen:

Power BI Datenquelleneinstellungen

Power BI Datenquelleneinstellungen löschen

Es müssen sämtliche Tabellen im Abfrage-Editor gelöscht werden. Danach verbindet ihr Power BI mit der Azure-Analysis-Services-Datenbank:

Power BI Azure Analysis Services Datenbank

Gebt den Server-Namen und den neu erstellten Datenbanknamen ein. WICHTIG: Dabei unbedingt „Live-Verbindung“ auswählen!

PowerBI Live-Verbindung

Und das war´s auch schon. Power BI bezieht die Daten nun per Live-Verbindung aus dem tabularen Online-Cube.

Änderungen am Modell können im Web-Designer oder Visual Studio vorgenommen werden. Die Power-BI-Datei wird dadurch erheblich kleiner. Zudem geht das Rendering des Berichtes merklich schneller – natürlich immer vorausgesetzt, dass die Online-Verbindung tadellos funktioniert.

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